Buchhaltung

Die Wichtigkeit der Buchhaltung erfahren Existenzgründer und Freiberufler erstmals so richtig bei einer Betriebsprüfung des Finanzamts. Aber auch bereits zum Start der Selbstständigkeit gilt es Belege sammeln und sauber in der Buchhaltung abzuheften. Unter Buchhaltung verstehen die Existenzgründer oft eine Schuhschachtel und im Idealfall einen DINA4 Ordner, mit nach Eingangsrechnungen, Ausgangsrechnungen, Bank und Barbelegen getrennten Bereichen. Oft wird unter Buchhaltung auch Buchführung oder das Rechnungswesen verstanden. Die viel diskutierte Frage ist hier, ob man die Buchhaltung selber macht, ein Buchführungsbüro oder einen Steuerberater beauftragt. Aber dazu mehr im Folgenden.

Buchhaltung Grundlagen

Die Buchführung wird auch Buchhaltung oder Finanzbuchhaltung genannt (kurz FIBU) und ist Bestandteil vom Rechnungswesen. Sie gehört zum externen Rechnungswesen. Die Vorgänge in der Finanzbuchhaltung sind gesetzlich geregelt, da die Buchhaltung die Grundlage für die Besteuerung des Unternehmens bildet. Der Existenzgründer hat somit in der Ausführung der Buchhaltung kaum Freiheiten. Geregelt ist die Buchhaltung in den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB):

  • Wahrheit: Alle Vermögensgegenstände und Geschäftsvorfälle müssen vollständig und wahrheitsgemäß dargestellt werden. Hier zu gehört z.B. keine Falschbuchungen, vollständige Bestandsaufnahme bei der Inventur, Vollständigkeit der Bücher und Eintragungen sowie die Belegsicherung
  • Klarheit: Die Buchführung muss übersichtlich und verständlich sein und zwar in der Weise, dass ein sachkundiger Dritter diese ohne große Schwierigkeiten nachvollziehen kann
  • Vorsicht: Die Verbuchung der Vermögenswerte und der Geschäftsvorfälle muss in einer Weise erfolgen, die mögliche Wertverluste und Risiken voll erfasst. Im Zweifel werden Vermögenswerte eher niedrig als hoch und Verbindlichkeiten eher hoch als niedrig angesetzt
  • Wirtschaftlichkeit: Erfolg und Aufwand der Buchführung müssen in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen. Das heißt, die Buchführung und deren Umfang muss auf die Unternehmensgröße abgestellt sein und darf ein Unternehmen nicht über Gebühr mit Aufwand und Kosten belasten

Buchhaltung Grundlagen

Der Zweck der Buchhaltung ist es nicht nur den gesetzlichen Anforderungen genüge zu tun, sondern die Buchhaltung ist eine betriebliche Notwendigkeit. Selbstständige sollten immer in Ihrem eigenen Interesse die Entwicklung im Auge behalten. Die Buchhaltung gibt dem Selbstständigen durch die planmäßige und lückenlose Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle eine Übersicht über:

  • Vermögen und die Schulden
  • Gewinn oder Verlust
  • Grundlage für die Kostenrechnung
  • Preiskalkulation
  • Grundlage für die Besteuerung Finanzamt
  • Bonitätsnachweis über die BWA

Wenn Sie Ihr Unternehmen neu starten brauchen Sie eine Eröffnungsbilanz. Dann werden die die Geschäftsvorfälle verbucht und zum Jahresende wird die Inventur durchgeführt, das Inventar aufgelistet und die Bilanz erstellt. Die Schlussbilanz ist die Eröffnungsbilanz für das nächste Geschäftsjahr. Alles verstanden? Wenn nicht, dann sollten Sie sich einen Steuerberater oder Buchführungsbüro zulegen, denn die Fehlerquote kann immens sein. Vor allen Dingen, wenn Sie nicht profundes Wissen zu folgenden Themen haben:

  • Inventar
  • Bilanz
  • Kontenarten
  • T-Konten Vorlagen
  • Soll und Haben
  • Kontenrahmen / Kontenplan/ Industriekontenrahmen (IKR)
  • Forderungen und Verbindlichkeiten
  • Verjährung von Forderungen
  • Belege
  • Buchungssätze
  • Regeln der Buchführung
  • Buchungsarten
  • Eröffnung und Abschluss von Konten
  • Aktiv- und Passivkonten (Eröffnung und Unterschied)
  • Saldo / Saldenbildungen
  • Konten abschließen über Schlussbilanz

Aus meiner Erfahrung sollten alle Existenzgründer mit der Rechtsform GmbH, OHG, KG, LTD, AG (Bilanz) in jedem Fall die monatlichen Belege vom Profi buchen lassen. Wenn Sie nur eine EÜR erstellen müssen und jeden Monat nicht mehr als 20 Belege haben, können Sie sich überlegen das monatlich in einer Excel Liste mit zuführen und alle Belege am Jahresende von einem Buchführungsbüro inkl. Jahresabschluss buchen zu lassen. Das kommt erfahrungsgemäß am Günstigsten.

Buchhaltung Lernen

Für viele Selbstständige, Freiberufler, Kleingewerbetreibende und Sonstige zur Einnahmen-Überschussrechnung berechtigte Personen ist die Buchhaltung (Buchführung) ein umfangreiches Themengebiet und oftmals ein Buch mit sieben Siegeln.  Natürlich gibt es zahlreiche Buchhaltung Ratgeber primär für Einsteiger oder Anfänger. Dabei stehen zusätzlich wertvolle Tipps zur Verfügung. Aber ich denke die Zeit ist besser im Marketing und Vertrieb investiert. Aus meiner Sichtweise sollte man die BWA lesen können und immer wissen, wo das Unternehmen steht.

Buchhaltung lernen

Buchhaltungssoftware

Wenn Sie planen selber zu buchen, dann sollten Sie sich Gedanken zu einer Buchhaltungssoftware machen. Achten Sie darauf, dass die Software zertifiziert ist und investieren Sie zum Start nicht zu viel Geld. Sie werden über kurz oder lang das Thema Buchhaltung abgeben - glauben Sie mir.

Buchhaltung Software

Buchhaltung - 10 Tipps zum Überleben

Fehler bei der Buchhaltung bleiben nicht aus – selbst dann, wenn man seine Buchhaltung nur vorbereitet und letztendlich vom Steuerberater oder Buchführungsbüro erledigen lässt. Insofern beachten Sie als Selbständiger folgende Tipps:

  • Belege müssen nicht in Dokumenthüllen/Klarsichthülle. Das spart das Entnehmen, Beschriften und Eintüten.
  • Belege nicht tackern, da sonst Dokumente mühsam voneinander gelöst werden müssen, bevor Sie bearbeitet werden können
  • Beim Lochen aufpassen, dass keine Informationen vom Locher "gefressen" werden!
  • Thermopapier Belege immer kopieren, da diese nach drei Jahren nicht mehr  lesbar sind
  • Belege auf das Wesentliche beschränken
  • Verträge zu Buchungen mitliefern (z.B. Versicherungen, Miete, Darlehen)
  • Belege vorsortieren, vermeiden Sie den Schuhkarton oder Loseblattsammlung
  • Regelmäßig sortieren
  • Finanzamt Termine penibel einhalten
  • Buchführung sollte vollständig sein
  • Private und geschäftliche Ausgaben vom Bankkonto trennen
  • Ehrlich sein und bleiben

_______

Tätigkeiten, die der Gesetzgeber Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und anderen besonderen Berufsgruppen vorbehalten hat, gehören gemäß unseren Mandatsvereinbarungen ausdrücklich nicht zu unserem Mandatsumfang. Werden solche Tätigkeiten erforderlich, so vermitteln wir unserem Mandanten uns bekannte, seriöse Beratungskollegen aus den zugelassenen Berufsgruppen. Unsere Tätigkeit erstreckt sich ausschließlich auf die Ermittlung von wirtschaftlichen Sachverhalten im Rahmen unseres unternehmens- und wirtschaftsberatenden Mandates sowie die Vor- und Aufbereitung der aus der Ermittlung dieser wirtschaftlichen Sachverhalte resultierenden Entscheidungen und Unterlagen.

Kommentare sind deaktiviert.