Franchise – Sicher zum Millionär?

Franchise - Jeder Existenzgründer war schon mal in einem Franchise-Betrieb einkaufen. Ob Franchise-Systeme wie McDonald's, Zoo&Co., Fressnapf, Subway etc., immer wird das Geschäft von einem so genannten Franchisenehmer auf eigene Rechnung betrieben, obwohl er die Marke und das System des Franchisegeber nutzt.

„Franchising ist ein Multiplikationsinstrument   nachweislich erfolgreicher
Geschäftskonzepte“

Im Franchise können sie als Franchisenehmer, als Franchisegeber oder als Master-Franchise starten.

Franchise Marken und Systeme

Franchise ist auch ziemlich erfolgreich. Von den Jahren 2000 bis 2010 hat sich die Zahl der Franchisenehmer von 37.100 um 76,5% auf 65.500 vergrößert. Es gibt rund 1.000 Franchisesysteme in Deutschland - meist als Ableger großer US-Systeme. Und die Franchisebranche erwirtschaftet einen Umsatz von ~60 Mrd. Euro. Gigantisch!

Franchise - Franchise Businessplan erstellen

Franchise Existenzgründer haben es sehr einfach beim Franchise Businessplan erstellen, da Franchise-Geber oft einen vollständigen und aktuellen Franchise Businessplan mit dem kompletten Textteil und Zahlenteil liefert. Hier sehen Sie die vollständige Gliederung eines Businessplans, da ändert sich auch nichts für den Franchisenehmer. Die Gliederung und Aufbau des Businessplans bleiben also gleich:

Aber bis auf Markt- und Konkurrenzsituation, Realisierungsfahrplan, Management und Personal, Planungsrechnungen, Finanzierung, Unternehmensstruktur und Organisation liefert der Franchisegeber nahezu alle anderen Inhalte. Zudem werden Sie zu 100% bei der Anpassung der fehlenden Businessplan Inhalte unterstützt. Also müssen Sie hier auch nicht bei Null anfangen, sondern arbeiten bspw. in fertigen Exceltabellen.

Franchise - Franchise Businessplan erstellen

Der Business Plan ist damit ein Kinderspiel und ich habe noch von keinem Franchisenehmer gehört, dass es mit den Businessplänen Probleme gab. Der Businessplan ist also 1:1 derselbe wie bei einer klassischen Existenzgründung, nur die Erstellung ist sehr entspannt.

Franchise - Wie funktioniert Franchise?

Franchise funktioniert eigentlich ganz einfach. Der Franchise-Geber vermietet an den Franchise-Nehmer seine Geschäftsidee inklusive der Marke, Know-how und Marketingkonzept. Der Deutsche Franchise-Verband e.V. definiert Franchise etwas akademisch aber durchaus korrekt wie folgt:

Franchise ist ein vertikal-kooperativ organisiertes Absatzsystem rechtlich selbstständiger Unternehmer auf der Basis eines vertraglichen Dauerschuldverhältnisses. Dieses System tritt auf dem Markt einheitlich auf und wird geprägt durch das arbeitsteilige Leistungsprogramm der Systempartner sowie durch ein Weisungs- und Kontrollsystem zur Sicherstellung eines systemkonformen Verhaltens. Das Leistungsprogramm des Gebers besteht aus einem Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzept, dem Nutzungsrecht an Schutzrechten, der Ausbildung des Franchise-Nehmers und der Verpflichtung des Franchise-Gebers, den Nehmer laufend und aktiv zu unterstützen und das Konzept ständig weiterzuentwickeln. Der Nehmer ist im eigenen Namen und auf eigene Rechnung tätig; er hat das Recht und die Pflicht, das Franchise-Paket gegen Entgelt zu nutzen. Als Leistungsbeitrag liefert er Arbeit, Kapital und Information.

Wenn man sich die folgende Grafik von Prof. Dr. Gerhard Steiner, Institut für Psychologie der Universität Basel ansieht, versteht man es ggf. etwas besser, wie ich finde.

Franchise - Wie funktioniert Franchise

Schauen wir uns mal die einzelnen Teilnehmer in dem Franchise Monopoly an und fangen mit dem Franchisegeber an, weil ohne den Franchisegeber gibt es kein Franchise.

Franchise - Franchisegeber

Der Franchisegeber ist der Erfinder eines Franchise - Systems und somit von der Geschäftsidee, von den Produkten, Ladengestaltung, Werbung bis hin zu den Schulungen der zukünftigen Franchisenehmer. Er hat seine Geschäftsidee erfolgreich in Form von mindestens einem Pilotbetrieb erprobt und nimmt Franchising als Vertriebsform. Mit den Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb wird die Geschäftsidee optimiert, Strukturen angepasst, IT eingeführt, Werbung verbessert und ggf. die Lieferanten ausgetauscht. Das Franchise-System beginnt zu leben.

Bis ein Franchisegeber sein Franchise-System dann für Franchisenehmern öffnet, vergehen daher oft 1-2 Jahre. Dann kann die erfolgreiche und erprobte Geschäftsidee in Form einer vertraglichen Lizenz an festgelegten Standorten zur Verfügung gekauft werden. Franchisegeber und Franchisenehmer unterzeichnen dabei einen Franchisevertrag, in dem der Franchisegeber dem Franchisenehmer gegen Gebühr das Recht ein Geschäft entsprechend seinem entwickelten Franchisekonzept zu betreiben, gewährt.

Aufgaben des Franchisegebers sind:

  • Entwicklung und Positionierung der Marke
  • Image
  • Markterfahrung
  • Betriebs Know – How
  • Produkt Know – How
  • Marketingplanung
  • Einkauf, Logistik
  • MAFO
  • Presse – Öffentlichkeitsarbeit
  • Standortanalyse
  • Schulung und Beratung
  • Finanzierungshilfen und Finanzierungsberatung
  • Werbevorschläge
  • Betriebwirtschaftliches Controlling

Vorteile des Franchisegebers sind:

  • Investition in Franchiseunternehmen geringer als bei Expansion
  • Höhere Motivation bei FP
  • Nicht volles Risiko
  • Controlling

Franchise - Franchisenehmer

Existenzgründer, die sich einem Franchise anschließen, werden als Franchisenehmer bezeichnet. Franchisenehmer wird man aber nur, wenn das Franchise-Bewerberprofil passt, man genügend Kapital hat und man den so genannten Franchisevertrag mit dem Franchiseunternehmen abschließt. Da eine Franchise-Gründung nicht risikolos ist, gelten für Franchise andere (gesetzliche) Regelungen aufgrund der asynchronen Informationsverteilung (bspw. vorvertragliche Aufklärung).

Franchise Erfolgsparameter

Wie man in der Grafik zudem sieht, verdienen die Franchisenehmer nicht schlecht. So macht alleine eine MC Donalds Filiale 200.000€ Umsatz im Monat.

Aufgaben des Franchisenehmers sind:

  • Eintrittsgebühr
  • Laufende Franchise und Werbegebühr
  • Finanzierung der Geschäftsausstattung
  • Engagement
  • Risikoübernahme
  • Motivation
  • Umsetzung des Unternehmenskonzept nach Vorgaben
  • Rekrutierung und Führung von Mitarbeitern
  • Herunter brechen der Unternehmensstrategie auf Ihren Standort
  • Lokale Werbung

Vorteile des Franchisenehmers sind:

  • Viele Aufgaben entfallen auf Franchisegeber
  • Kundenwünsche, Verkauf
  • Sicherer Start in die Selbstständigkeit
  • Geschäftskonzept
  • Austausch mit Franchisegeber

Businessplan Franchise Checkliste Franchisenehmer

Franchise - Bewerbung, vorvertragliche Aufklärung, Vertrag

Der Prozess Franchisenehmer zu werden ist ähnlich einer Bewerbung (Application). Das gilt insbesondere für die großen und etablierten Systeme. Bei neuen Systemen und kleineren Systemen sitzen die Franchisenehmer Kandidaten am längeren Hebel.

Franchise, Franchisenehmer Bewerbung

Wenn die eingereichte Bewerbung passt, wobei das wichtigste Kriterium das Eigenkapital ist, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Präsentation beim Franchisegeber eingeladen.

Franchise, Franchisenehmer Präsentation und VertragDort gibt es dann Schnittchen und was zum Trinken und natürlich die Systemvorstellung. In Einzelgesprächen wird dann über Franchise-Standorte und Details diskutiert. In der Regel finden 3-5 Termine statt, bevor es zur Vertragsunterschrift kommt. Ich empfehle Ihnen auch unbedingt sich mit dem Franchise-Vertrag Zeit zu lassen. Wichtige Vertragsinhalte sind:

  • Vertragsdauer
  • Bezugsverbindungen
  • Berichtsverpflichtung
  • Eintrittsgebühr und Franchise-Gebühr
  • Änderungsvorbehalte
  • Kündigungsregelungen
  • Wettbewerbsverbote
  • Rücknahmeverpflichtungen des Franchise-Gebers
  • Höhe einer etwaigen Strafe
  • ...

Franchise - Einstiegsgebühren, monatliche Kosten

Wer im Jahr 2014 Franchisenehmer werden wollte, musste im Durchschnitt 11.200 EUR Einstiegsgebühr an den Franchisegeber bezahlen. Das ist eigentlich wenig, da in in großen Systemen auch bis zu 500.000 EUR fällig werden. Trotzdem sind die Einstiegsgebühren immer Streitpunkt gerade bei Dienstleistungsfranchise. Bei den Einstiegsgebühren gilt es immer die Frage zu beantworten, was ist das Geschäftskonzept wert und was bekomme ich detailliert für Leistungen für das Paket. Ein fairer Franchisegeber zeigt Ihnen das detailliert auf und hat zudem einen Finanzierungspartner an der Hand. Kosten die auf den Franchisenehmer zukommen sind im Einzelnen:

  • einmalige Einstiegsgebühr von ca. 11.200 EUR
  • monatliche Franchisegebühr von 5 % bis 15 % auf den erzielten Umsatz
  • monatlich fällige Werbegebühr zwischen 200€ bis 1.000 EUR je nach Franchisesystem

Franchise  - Erfolg durch klare Aufgabenverteilung der Partner

In nahezu allen Branchen finden sich heute Franchising-Systeme. Insbesondere die Franchisewirtschaft ist in den vergangenen Jahren, trotz Rezession, kontinuierlich gewachsen. Franchise als Vertriebsform scheint daher ein besserer, schneller und sicherer Weg der Existenzgründung zu sein. Interessant aber letztlich nur für die Existenzgründer, die über die notwendige Bonität und Kapitalausstattung verfügen, um beispielsweise die Einstiegsgebühr und die laufende Franchisegebühr zu bezahlen (Gründungskosten).

Zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber entsteht immer eine enge Partnerschaft in der die Aufgaben klar verteilt sind zwischen Franchise-Zentrale und den dezentral sitzenden Franchisenehmer . Franchise ist insofern nur für Personen geeignet, denen die eingeschränkte Handlungsfreiheit des Franchisenehmers klar ist und die das bewusst in Kauf nehmen. Als Franchisegeber multipliziert man im Prinzip den Erfolg eines Geschäftsmodells an unterschiedlichen Standorten. Dabei entscheidet man sich als Franchisegeber bewusst mit Unternehmern zusammenzuarbeiten, die den eigenen Markennamen nutzen. Diese Entscheidung muss daher wohl überlegt sein und die Auswirkungen in der Gesamtplanung berücksichtigt werden.

Franchise - Ein eigenes Franchisesystem gründen

Natürlich können Sie auch ein Franchisesystem gründen, obschon das dann etwas komplexer im Businessplan wird. Die Vertriebsform Franchise lohnt sich, wenn man einfach schnell wachsen möchte und nicht bereit ist die Filialen selber zu finanzieren, weil das Kapital bindet. Den Nachteil eines Franchisesystems konnte man erst kürzlich bei einer großen Burger Kette sehen. Dazu empfehle ich Ihnen folgende Schritte:

  1. Suche eines franchisefähigen Geschäftsmodells
  2. Aufbau eines Pilotbetriebs
  3. Multiplikation eines erfolgreichen Pilotbetriebs
  4. Aufbau von Franchisenehmer Standorten

Geschäftsideen mit Produktcharakter sind übrigens deutlich erfolgreicher als bspw. reines Dienstleistungsfranchise, weil das Know-how einfach schwer zu schützen ist.

Businessplan Franchise Checkliste Franchisegeber

Franchise - Der Master-Franchise-Vertrag

Es gibt nicht nur die Existenzgründung als Franchisenehmer, sondern man kann auch einen Master-Franchisevertrag abschließen und kauft sich die Lizenz eines ausländischen Franchise-Unternehmens für den deutschen Markt. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären der Chef aller Starbucks in Deutschland und hätten das System in Deutschland aufgebaut.

Franchise - TOP Franchise Systeme, Franchisegeber

Die Zeitschrift 'impulse' führt regelmäßig Franchisegeber Rankings durch. Bei über 1.000 Franchisegebern in Deutschland ein Anhaltspunkt der Attraktivität und gut für das zukunftsgerichtete Markenimage des Franchisesystems. Dabei bewertete 'impulse' in den Segmenten Nachhaltigkeit des Franchisekonzepts, Nachhaltigkeit der Geschäftsidee und Dynamik der Franchise-Idee und insgesamt 13 Kriterien wie Firmenalter, Partneranzahl, Verdienstchance, Wachstum, Vertrieb und Expansionschancen der Franchisegeber.

Für jedes Kriterium kann eine Jury maximal zehn Punkte vergeben. Die Bewertung der Franchisegeber funktioniert anhand der ermittelten Angaben und der Expertise von zahlreichen Juroren. Im Jahr 2010 lagen die Franchisegeber McDonald's, Fressnapf und Town&Country Haus auf den vorderen drei Plätzen. Zur Spitzengruppe der Franchisegeber und deren Systeme gehören auch weiterhin die Backwerk, Burger King, Mrs. Sporty, Tee Gschwendner, Vom Fass, ReMax und Baby One.

TOP Franchisegeber im Franchise

Franchise - Etablierte Franchise-Ideen

Es gibt mehr als 1.000 Franchisesysteme in Deutschland und natürlich auch zahlreiche Unternehmen mit Franchise-Ideen. Aber leider reicht eine super Franchise-Idee nicht aus, damit Sie als Franchisenehmer erfolgreich werden. Viele der System sind etabliert und seit Jahren am Markt mit zahlreichen Filialen. Hier kann man von einem erprobtem Konzept sprechen. Zahlreiche Franchisegeber sind aber neu am Markt oder haben die kritische Masse an Franchisenehmern noch nicht erreicht. Da ist das Risiko natürlich vergleichsweise hoch. Dazu muss der Franchisegeber neben der Franchise-Idee auch deutlich mehr leisten und die wenigsten neuen Franchise-Ideen können das. Wenn Sie also nicht unbedingt am Aufbau einer neuen Franchise-Idee mitmachen wollen, empfehle ich Ihnen sich mal mit folgenden etablierten Franchise-Ideen zu beschäftigen:

  • Town & Country Haus
  • Plameco
  • Portas
  • Einer.Alles.Sauber.
  • Locatec
  • BackWerk
  • Vom Fass
  • Valora Retail
  • Apollo Optik
  • Back-Factory
  • McDonald’s
  • Joey’s Pizza
  • Hallo Pizza
  • Burger King
  • Kentucky Fried Chicken
  • Mrs. Sporty
  • ZGS Schülerhilfe
  • Studienkreis
  • Bodystreet
  • Best Western

Franchise - neue Franchise Ideen

Neue Franchise Ideen kommen vor allen Dingen aus den USA, dem Mutterland des Franchising. Warum immer die Amerikaner neue Franchise Ideen ist nicht begründbar, aber aus Europa und anderen Ländern kommen nur Adaptionen erfolgreicher Franchise Ideen aus Übersee. Folgende spannende neue Franchise Ideen gibt es hier:

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