Umsatzsteuervoranmeldung

Die Umsatzsteuervoranmeldung für Unternehmer ist einfach und muss monatlich/Quartal auf elektronischem Weg an das Finanzamt übermittelt werden. Entweder Sie machen die Umsatzsteuervoranmeldung selber über das kostenlose Internetportal Elster des Finanzamts oder Sie versenden Ihre Umsatzsteuervoranmeldung Online aus Ihrem Buchführungsprogramm oder der Steuerberater versendet für Sie die Umsatzsteuervoranmeldung über DATEV über sog. Elster-Schnittstellen. Alles ohne großen Aufwand möglich.

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Umsatzsteuerpflicht

Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer - ist beides das gleiche. Als Kunde im Laden spricht man oft von der Mehrwertsteuer, während Unternehmer den Begriff Umsatzsteuer verwenden, da der amtliche Begriff der Umsatzsteuer auch in allen amtlichen Formularen auftaucht. Unternehmer haben eine Umsatzsteuerpflicht, weil Sie ja für den Staat die Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer vereinnahmen und abführen müssen.

Umsatzsteuerpflicht Mehrwertsteuer Umsatzsteuerpflicht Statistiken

Unternehmer müssen monatlich oder vierteljährlich oder jährlich die Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben. Das kann zum echten Problem werden, wenn man sich keinen Termin-Merker setzt. Wer zu spät abgibt und sich nicht an die vorgegebenen Fristen hält, bekommt vom Finanzamt Verspätungszuschläge aufgebrummt. Umsatzsteuerpflichtige Gründer müssen übrigens im Jahr der Existenzgründung und dem darauf folgenden Kalenderjahr unabhängig von der Höhe ihrer jährlichen Umsatzsteuereinnahmen die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Wer wann abgeben muss erschließt sich aus der folgenden Folie:

Umsatzsteuerpflicht Mehrwertsteuer Umsatzsteuerpflicht

In der Umsatzsteuervoranmeldung meldet man also die Umsätze der Betrachtungsperiode abzüglich der Vorsteuer. Also meldet man eigentlich die Differenz zwischen seinen  Umsatzsteuereinnahmen und den selbst bezahlten Vorsteuern (darunter versteht man den Umsatzsteuer-Anteil auf seinen Eingangsrechnungen von Lieferanten und Dienstleistern). Sind die Umsatzsteuereinnahmen höher als die Summe der bezahlten Vorsteuer, ergibt sich eine Zahllast, die an das Finanzamt überwiesen werden muss. Im umgekehrten Fall haben Sie einen Erstattungsanspruch und erhalten eine Gutschrift vom Finanzamt. Sowohl die Überweisung der Zahllast als auch die Erstattungen erfolgen durch das Finanzamt unaufgefordert.

Umsatzsteuervoranmeldung  - Ist-Versteuerung, Soll-Versteuerung

Bei der Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldung und spätestens beim Jahresabschluss wird die gewählte Versteuerungsart (Soll-Versteuerung, Ist-Versteuerung) wichtig.

Umsatzsteuervoranmeldung - Soll-Versteuerung

Hat man es als Unternehmer versäumt die IST-Versteuerung zu beantragen oder hatte man keine Wahlmöglichkeit, dann muss man die Umsatzsteuer bei allen Rechnungen, die an Kunden gestellt werden, sofort mit der Meldung abführen. Dabei interessiert sich das Finanzamt nicht dafür, ob die Rechnung vom Kunden bezahlt ist oder nicht. Das kann dann im Zweifelsfall zu Liquiditätsengpässen führen.

Umsatzsteuervoranmeldung – Ist-Versteuerung, Soll-Versteuerung

Die Vorsteuer auf Rechnungen von Lieferanten können Sie aber auch bei der Soll-Versteuerung immer abziehen, auch wenn die Rechnung noch nicht bezahlt wurde.

Ein Beispiel:
Sie stellen zum 30. April eine Rechnung an Ihren Kunden mit einem Rechnungsbetrag von 2.380,00 EUR und darin enthaltener Umsatzsteuer von 380 EUR. Nun muss die laut Rechnung erhaltene USt. von 380 EUR in dem Monat abgeführt werden, der auf der Rechnung abgedruckt ist – also im April. Dies gilt unabhängig davon, ob man tatsächlich bereits das Geld vom Kunden erhalten hat – z.B. bei einem Zahlungsziel am 13.Mai. Haben Sie im April zudem unbezahlte Eingangsrechnungen von 2.380 EUR können Sie die Vorsteuer nicht ziehen und müssen 380 EUR ans Finanzamt zahlen.

Umsatzsteuervoranmeldung - Ist-Versteuerung

Die Ist-Versteuerung kann natürlich nicht jeder wählen. Es gilt die Umsatzgrenze von 500.000 EUR. Klasse ist hier, dass Rechnungen, die Sie an Kunden stellen erst dann für die Berechnung der Umsatzsteuervoranmeldung herangezogen, wenn das Geld auf Ihrem Konto ist. Die Vorsteuer auf Rechnungen von Lieferanten kann immer sofort abgezogen werden.  Für Kleingewerbe und Existenzgründer hat das vor allem zwei Vorteile:

  • Bessere Liquidität
  • Einfachere Buchhaltung

Umsatzsteuervoranmeldung - Wechsel zwischen Soll- und Ist-Versteuerung

Sie können unabhängig von den Umsätzen des Vorjahres immer zur Ist-Versteuerung wechseln, wenn

Umsatzsteuervoranmeldung - Elster, Elsterformular, Elster download, Formulare

Unternehmer sind verpflichtet,  die Umsatzsteuervoranmeldung elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln (§ 41a Abs. 1 EStG bzw. § 18 Abs. 1 UStG).

Nur zur Vermeidung unbilliger Härten kann das Finanzamt in Ausnahmefällen auf Antrag die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung in Papier-Form zulassen.

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online

Wenn Sie einen Account bei Elster angelegt haben, erhalten Sie die Zugangsdaten nach wenigen Tagen per Post nach Hause (Information zu den Sicherheitsverfahren). Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Login

Achten Sie immer darauf, dass Ihre Elster Zertifikatsdatei sicher abgelegt ist. Nach dem Login kommen Sie auf folgende Seite:

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Formular auswählen

Jetzt wählen Sie je nach Meldefrist einfach den Button Formulare aus. Dann zeigt sich folgende Übersicht:

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Formular Umsatzsteuer

Jetzt müssen Sie nur noch zweimal klicken und gelangen zu der Umsatzsteuervoranmeldung , wo Sie nun mit Ihrem Steuerprofil weitermachen. Entweder Sie haben das Steuerprofil bereits angelegt oder holen das jetzt nach:

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Formular Steuerprofil

Der nächste Schritt bei der Elster Umsatzsteuervoranmeldung ist die Auswahl des Zeitraums, in dem Sie melden wollen und dann landen Sie schon beim Formular, in dem Sie die Angaben machen müssen:

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Formular Angaben zu Umsatzsteuer und Vorsteuer

Zu 90% werden Sie die Bereiche 4 und 9 interessieren, da hier die Steuern eingetragen werden. Am besten Sie starten chronologisch mit der Umsatzsteuer (Netto Angaben):

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Umsätze berechnen (41,81,86)

Wenn das erledigt ist, geht es zu der Vorsteuer. Hier tragen Sie die berechnete Vorsteuer ein, also die 19% aus den Eingangsrechnungen. Das Programm errechnet dann automatisch die Differenz und Sie senden dann das ganze an das Finanzamt. Ziemlich einfach und geht auch ohne Steuerberater.

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Vorsteuer berechnen (66)

Umsatzsteuervoranmeldung - Elster, amtliche Papier-Vordrucke, Formulare:

Umsatzsteuervoranmeldung - Dauerfristverlängerung

80% der Unternehmen müssen zum 10. Tag eines Monat die Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und bezahlen. Gerade bei kleinen Unternehmen ohne Mitarbeiter und mit weniger als 100 Belegen im Monat ist die Buchhaltung in Schuss und die Umsatzsteuervoranmeldung wird zum Kinderspiel. Wenn absehbar ist, dass Sie das nicht schaffen, stellen Sie den Antrag auf Dauerfristverlängerung. Die Dauerfristverlängerung beantragen Sie beim zuständigen Finanzamt über Elster Online.  Eine Begründung des Antrags ist nicht erforderlich und das Finanzamt hat i.d.R. auch keine Einwände gegen Ihre Dauerfristverlängerung.

Mit der Dauerfristverlängerung verschiebt sich die Abgabefrist dann um jeweils einen Monat nach hinten. Da es monatliche und Quartals Abgabefristen gibt, hat die  Dauerfristverlängerung unterschiedliche Auswirkungen.

Dauerfristverlängerung - Kosten, Sondervorauszahlung

Nehmen wir an, Sie gehören zu den „Monatszahlern“ und wollen eine Dauerfristverlängerung haben, dann gibt es die natürlich nicht kostenlos. Sie müssen, wenn Sie einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen, eine Sondervorauszahlung leisten. Diese  Sondervorauszahlung beträgt 1/11 der gesamten Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres. Leider werden eventuell geleistete Sondervorauszahlungen des Vorjahres dabei nicht berücksichtigt. Das Finanzamt sichert sich so einen Teil des Zinsvorteils, den Sie möglicherweise durch die Dauerfristverlängerung erlangen. Sind Sie „Quartalszahler“ müssen Sie keine Sondervorauszahlung leisten. Sie geben einfach eine "0" Meldung ab, um die Dauerfristverlängerung zu erklären. Das bedeutet, dass im Elster Formular überall eine "0" eingetragen wird.

Dauerfristverlängerung - Wirkung

  • Ein „Monatszahler“, der die Dauerfristverlängerung beantragt hat, muss seine Umsatzsteuervoranmeldung von März nicht bis spätestens 10. April, sondern erst bis 10. Mai abgeben
  • Bei einem „Quartalszahler“ verschiebt sich die Abgabefrist ebenfalls um einen Monat, d. h. für die Monate Januar bis März muss die Umsatzsteuervoranmeldung nicht bereits zum 10. April, sondern erst zum 10. Mai eingereicht werden

Die Dauerfristverlängerungen sind nur für Umsatzsteuervoranmeldungen gültig und nicht für die zusammenfassenden Meldungen und auch nicht für die Umsatzsteuerjahreserklärungen.

Dauerfristverlängerung - Widerruf

Sie und auch das Finanzamt können die erteilte Dauerfristverlängerung jederzeit widerrufen. Sie brauchen dafür keine Begründung. Das Finanzamt muss aber seinen Widerruf erklären. Gründe für den Widerruf des Finanzamt können abgeschlossene und laufende Steuerstrafverfahren oder Ermittlungen der Steuerfahndung gegenüber der  betroffenen Firma sein.

Umsatzsteuervoranmeldung - Steuererklärung, Steuerformulare, Umsatzsteuererklärung

Laut den Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes (UStG) sind Unternehmer verpflichtet, bis zum 10.ten eines jeden Monats für den vorangegangen Monat eine Voranmeldung der Umsatzsteuer über Elster zu übermitteln, in der Sie die Differenz aus Umsatzsteuer und Vorsteuer für den Voranmeldungszeitraum selbst berechnen. Mit der Dauerfristverlängerung verschaffen Sie sich etwas Luft bei der Abgabe der Meldung.

Umsatzsteuervoranmeldung - UStG, Umsatzsteuergesetz

Bundesrepublik Deutschland, Umsatzsteuergesetz, in der Fassung der Bekanntmachung vom 21.02.2005 (BGBl. I S. 386), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22.12.2014 (BGBl. I S. 2417) m.W.v. 01.01.2015

Umsatzsteuervoranmeldung - UStG, Umsatzsteuergesetz

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuer ID, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Mit dem Wegfall der Binnengrenzen der Europäischen Gemeinschaft zum 1. 1.1993 sind auch die Grenzkontrollen und damit die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer weggefallen. Als Ausgleich hierfür hat Deutschland zur Sicherung des Steueraufkommens das sogenannte Umsatzsteuer-Kontrollverfahren entwickelt. Dahinter steckt ein Informationsaustausch bestimmter Daten zwischen den europäischen Mitgliedstaaten auf der Basis der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (US-IdNr.). Diese US-IdNr. ist eine eigenständige Nummer, die es zusätzlich zur Steuernummer gibt. Zuständig ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Die Vergabe erfolgt auf Antrag (§27a UStG).
Hierfür entstehen dem Antragsteller keine Kosten.

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuer ID, US-IdNr, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Warum?

Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (US-IdNr.) benötigt eine Unternehmerin oder ein Unternehmer, die oder der

  • Waren in das übrige Gemeinschaftsgebiet liefert (innergemeinschaftliche Lieferung gem. § 4 Abs. 1 Nummer 1 lit. b) UStG i.V.m. § 6a UStG, § 18a Abs. 6 UStG) oder aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet erwirbt,
  • Lieferungen i.S.d. § 25b Abs. 2 UStG ausführt (innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte),
  • steuerpflichtige sonstige Leistungen nach § 3a Abs. 2 UStG im übrigen Gemeinschaftsgebiet erbringt, für die der Leistungsempfänger die Steuer schuldet, oder sonstige Leistungen eines im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmers in Anspruch nimmt.

Wenn Sie also in Europa ohne Umsatzsteuer einkaufen wollen und Kunden aus Europa bei Ihnen ohne Umsatzsteuer einkaufen wollen (Netto) brauchen Sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (US-IdNr.).

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Antragstellung

  • Firmenneugründung direkt im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
  • Antragstellung über www.bzst.de
  • Schriftlicher Antrag
    Bundeszentralamt für Steuern
    Dienstsitz Saarlouis
    66738 Saarlouis
    Telefax: +49-(0)228-406-3801 zu richten.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Aufbau der Identifikationsnummer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummern beginnen immer mit einem Präfix bestehend aus zwei Großbuchstaben. Dieser Präfix wird meistens aus dem zweistelligen ISO-3166-Alpha-2-Ländercode desjenigen EU-Landes gebildet, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Die Ausnahme ist Griechenland, wo als Präfix EL verwendet wird, also der ISO 639-1-Code für die Griechische Sprache, anstatt des ISO-3166-Alpha-2-Ländercodes für Griechenland, welcher GR lautet (siehe hierzu auch weiter unten den Abschnitt "Trivia").

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Aufbau der Identifikationsnummer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Gelangensbestätigung, Zusammenfassende Meldung

Bei der Lieferung von Waren an Unternehmer ins EU-Ausland müssen Sie dem Finanzamt nachweisen, dass die gelieferte Ware tatsächlich im EU-Ausland angekommen ist. Dieser Nachweis ist Voraussetzung für die Umsatzsteuerfreiheit.  Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten. Eine ist die sog. Gelangensbestätigung. Hier finden Sie die Muster mit den gesetzlich vorgeschriebenen Texten in deutscher, englischer und französischer Sprache.

Losgelöst von der Gelangensbestätigung ist zusätzlich eine zusammenfassende Meldung (ZM) bis zum 25. Tag nach Ablauf eines jeden Kalendermonat über Elster an das Finanzamt abzugeben, wenn umsatzsteuerfreie Leistungen, Warenlieferungen im Bereich der Europäischen Union ausgeführt worden sind.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Mini One Stop Shop (MOSS)

Mit dem EU-Mehrwertsteuerpaket gab es zum 1. Januar 2015 einige Änderungen. So müssen alle Firmen, die elektronische Dienstleistungen (Software, eBooks) im EU-Ausland für private Kunden erbringen, dem Kunden den gültigen Umsatzsteuersatz des jeweiligen EU-Landes in Rechnung stellen, der natürlich entsprechend in Europa differiert. Damit sich deutsche Unternehmen jetzt nicht in jedem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren müssen, entwickelt das BMF das Mini One Stop Shop (MOSS)-Verfahren. Das Ziel des MOSS ist ein Internetportal, über das deutsche Unternehmen ihre Umsätze im EU-Ausland einfach erklären und gesammelt abführen können.

  • E-Books
  • Software
  • Downloads (ggf. auch im PDF-Format)

Damit die Abwicklung über MOSS auch funktioniert, muss die Zahlung und die Datenerfassung des Kunden sichergestellt werden (PayPal, Kreditkarte). Denn der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer kann nur zutreffend bei MOSS abrechnen, wenn er sich von seinen Kunden die Daten geben lässt, die eine exakte Zuordnung und Rechnungsstellung ermöglichen. Damit muss der Unternehmer zwingend auf seiner Internetseite Pflichtfelder einrichten, die der Kunde ausfüllen muss. Ein weiteres Thema sind die unterschiedlich hohen Steuersätze in den einzelnen EU-Ländern, da ausgehend von einem Nettopreis der Bruttopreis in den einzelnen Ländern unterschiedlich hoch ist. Wenn je EU Land nicht ein passender MWST Satz berechnet werden kann, verliert der Unternehmer Marge, weil die Mehrwertsteuer zwischen 16-23% schwanken.

Umsatzsteuervoranmeldung - Kleinunternehmer

Kleinunternehmer, die einen Umsatz inklusive Umsatzsteuer im Vorjahr von nicht mehr als 17.500 EUR erzielt haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 EUR Umsatz inklusive Umsatzsteuer haben werden, brauchen grundsätzlich keine Umsatzsteuer abzuführen und Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Solange Sie in diesem Fall nicht gegenüber dem Finanzamt ausdrücklich auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, spielt auch die Dauerfristverlängerung für Sie keine Rolle. Die Berechtigung die Vorsteuer aus Eingangsleistungen abzuziehen, gibt es dann natürlich auch nicht. Die Kleinunternehmer geben aber die Umsatzsteuerjahreserklärung ab, in der sie die Summe ihrer Umsätze erklären.

Umsatzsteuervoranmeldung - Vorsteuer, Vorsteuerabzug

Als Unternehmer zahlen Sie immer beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen die Umsatzsteuer. Ihr Vorteil ist jetzt, dass Sie diese Ausgaben im Rahmen des Vorsteuerabzugs von Ihrem Finanzamt zurückerhalten. Beim Vorsteuerabzug gilt es aber einige Regeln zu beachten, die für Existenzgründer, Kleinunternehmer, Freiberufler, Einzelhändler und die meisten Handwerker gelten.

Umsatzsteuervoranmeldung, Elster Online, Step by Step – Vorsteuer berechnen (66)

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuer Rechner, Umsatzsteuer berechnen

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuer Rechner, Umsatzsteuer berechnen

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuerbefreiung

Die Regel ist die Umsatzsteuer, die Umsatzsteuerbefreiung gilt nur für wenige Ausnahmen, da die Umsatzsteuer zu den bedeutendsten Einnahmequellen des Staates zählt. Die Umsatzsteuerbefreiung gilt für:

  • Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG
  • Einrichtungen, die als Betreuer nach § 1896 Abs. 1 BGB bestellt worden sind, sofern es sich nicht um Leistungen handelt, die nach § 1908i Abs. 1 in Verbindung mit § 1835 Abs. 3 des BGB vergütet werden, oder Leistungen, die von Einrichtungen erbracht werden, die als Vormünder nach § 1773 BGB oder als Ergänzungspfleger nach § 1909 BGB bestellt worden sind, sofern es sich nicht um Leistungen handelt, die nach § 1835 Abs. 3 BGB vergütet werden.
  • bestimmte Finanzumsätze (§ 4 Nr. 8 UStG)
  • Verkauf von Grundstücken (§ 4 Nr. 9 Buchst. a UStG)
  • bestimmte Glücksspielumsätze (§ 4 Nr. 9 Buchst. b UStG)
  • Versicherungsumsätze (§ 4 Nr. 10 UStG
  • Umsätze von Versicherungs- und Bausparkassenvertretern (§ 4 Nr. 11 UStG),
  • Vermietung und Verpachtung von Grundstücken (§ 4 Nr. 12 UStG)
  • Leistungen von Wohnungseigentümergemeinschaften (§ 4 Nr. 13 UStG)
  • humanmedizinische Heilbehandlungen (§ 4 Nr. 14 UStG)
  • Umsätze der gesetzlichen Träger der Sozialversicherung, Träger der Sozialhilfe, sonstigen Stellen und Träger der Kriegsopferversorgung und -fürsorge (§ 4 Nr. 15 UStG)
  • Betreuung- und Pflegeleistungen (§ 4 Nr. 16 UStG)
  • Lieferungen von menschlichen Organen, menschlichem Blut und Frauenmilch (§ 4 Nr. 17 Buchst. a UStG)
  • die Krankentransporte unter bestimmten Voraussetzungen (§ 4 Nr. 17 Buchst. b UStG)
  • Blindenumsätze (§ 4 Nr. 19 UStG)
  • Schul- und Bildungsumsätze (§ 4 Nr. 21–22 UStG)
  • Beherbergung, Beköstigung an Personen bis zum 27. Lebensjahr für Erziehungs-, Ausbildungs- oder Fortbildungszwecke (§ 4 Nr. 23 UStG)
  • bestimmte Leistungen der Träger der öffentlichen Jugendhilfe (§ 4 Nr. 25 UStG)
  • ehrenamtliche Tätigkeiten für juristische Personen des öffentlichen Rechts (§ 4 Nr. 26 UStG)
  • Ausfuhrlieferungen (grenzüberschreitende Lieferungen in ein Land außerhalb der EG, §§ 4 Nr. 1 Buchst. a, 6 UStG)
  • innergemeinschaftliche Lieferungen (grenzüberschreitende Lieferungen in ein anderes Land der EG, §§ 4 Nr. 1 Buchst. b, 6a UStG)
  • Transportleistungen in und aus Ländern außerhalb der EG (§ 4 Nr. 3 UStG)
  • Leistungen, die der Steuerlagerregelung unterliegen (Einlagerungen, Lagerlieferungen, Folgeumsätze, § 4 Nr. 4a UStG)
  • Lieferungen vor Einfuhr (§ 4 Nr. 4b UStG)
  • die Vermittlung von Ausfuhren und bestimmten damit zusammenhängenden sonstigen Leistungen (§ 4 Nr. 5 UStG)
  • Lieferungen für die Seeschifffahrt und Luftfahrt (§ 4 Nr. 2, § 8 UStG)
  • Leistungen an NATO-Streitkräfte, an die im Gebiet eines anderen EG-Staats ansässigen diplomatischen Missionen und an die im Gebiet eines anderen EG-Staats ansässigen zwischenstaatlichen Einrichtungen (z.B. Behörden der EG, § 4 Nr. 7 UStG)
  • bestimmte Finanzumsätze (§ 4 Nr. 8 UStG).

Umsatzsteuervoranmeldung - Umsatzsteuervorauszahlung

Unter der Umsatzsteuervorauszahlung versteht man die Umsatzsteuervoranmeldung die Sie als Unternehmer per Elster machen. Ist halt nur ein anderer Begriff dafür.

Umsatzsteuervoranmeldung - Termine und Fristen

Bei einer jährlichen Steuerschuld von bis zu 1.000 Euro verzichtet das Finanzamt auf Antrag ganz auf die Umsatzsteuervoranmeldung . In dem Fall genügt die Jahres-Umsatzsteuererklärung, die zusammen mit der Einkommensteuererklärung abzugeben ist - in der Regel bis zum 31. Mai des Folgejahres. Lag die Zahllast im Vorjahr zwischen 1.000 und 7.500 Euro, ist eine vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung vorgeschrieben. Die Anmeldetermine sind dann der 10. April, 10. Juli, 10. Oktober und der 10. Januar. Bei einer Steuerschuld von mehr als 7.500 Euro ist die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung Pflicht.

Mussten Sie im Vorjahr 20.000 EUR Umsatzsteuer ans Finanzamt überweisen und bekamen 15.000 EUR davon als Vorsteuer erstattet (z. B. wegen hoher, nicht umsatzsteuerpflichtiger Investitionen), liegt die Umsatzsteuer-Zahllast des Vorjahrs bei 5.000 EUR. In diesem Fall können Sie von der monatlichen zur vierteljährlichen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen wechseln (s. o.).

Stichtag ist in dem Fall jeweils der 10. Kalendertag des Folgemonats.  Sowohl Monats- als auch Quartalszahler können beim Finanzamt eine Dauerfristverlängerung von einem Monat für die Umsatzsteuervoranmeldung beantragen. Dem Antrag wird in aller Regel kommentarlos stattgegeben. Monatszahler müssen dann allerdings zu Jahresbeginn eine "Sondervorauszahlung" in Höhe von 1/11 der Vorjahres-Zahllast begleichen.

Sie können sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreien lassen. Das Für und Wider sollte gut abgewägt werden.

Tipp: Verlängerung des Abgabetermins. Wenn Ihnen die Frist von zehn Tagen zu knapp ist und Sie regelmäßig in Zeitnot kommen, können Sie einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen. Ihr Vorteil: Sie müssen die Voranmeldung jeweils erst einen Monat später übermitteln – und auch erst einen Monat später zahlen. Für den Monat April zum Beispiel geben Sie die Voranmeldung dann erst am 10. Juni ab.

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Tätigkeiten, die der Gesetzgeber Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und anderen besonderen Berufsgruppen vorbehalten hat, gehören gemäß unseren Mandatsvereinbarungen ausdrücklich nicht zu unserem Mandatsumfang. Werden solche Tätigkeiten erforderlich, so vermitteln wir unserem Mandanten uns bekannte, seriöse Beratungskollegen aus den zugelassenen Berufsgruppen. Unsere Tätigkeit erstreckt sich ausschließlich auf die Ermittlung von wirtschaftlichen Sachverhalten im Rahmen unseres unternehmens- und wirtschaftsberatenden Mandates sowie die Vor- und Aufbereitung der aus der Ermittlung dieser wirtschaftlichen Sachverhalte resultierenden Entscheidungen und Unterlagen.

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